Biosimilars: Mögliche Effekte auf die GKV-Arzneimittelausgaben

Auftraggeber

Pro Generika e. V.

Jahr

2026

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Biosimilars sind Nachfolgepräparate biologischer Arzneimittel, die nach Ablauf des Patentschutzes auf den Markt kommen können und Wettbewerb auslösen. Im Auftrag von Pro Generika untersuchte Prognos, welche Auswirkungen der Biosimilarwettbewerb bis 2035 auf die Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) haben könnte. Drei Szenarien bilden dafür unterschiedliche Entwicklungen des Wettbewerbs ab.

Die Szenarien ergeben eine große Spannweite möglicher Einsparungen

  • Die Arzneimittelausgaben steigen in der Ausgangsprojektion ohne die drei unterschiedlichen Wettbewerbsszenarien: Die GKV-Arzneimittelausgaben erhöhen sich von 58,5 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf rund 89,0 Milliarden Euro im Jahr 2035. Die Biologika-Ausgaben steigen im selben Zeitraum von rund 19,3 auf 38,2 Milliarden Euro.
  • Der biosimilarfähige Markt wächst: Das potenziell für Biosimilars zugängliche Marktvolumen steigt in der Ausgangsprojektion von rund 5,8 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf rund 15,3 Milliarden Euro im Jahr 2035.
  • Die Einsparungen unterscheiden sich je nach Szenario: Von 2025 bis 2035 ergeben die Berechnungen kumulierte Einsparungen von rund 3,0 Milliarden Euro im Niedrig-Szenario, 13,4 Milliarden Euro im Referenzszenario und 41,3 Milliarden Euro im Hoch-Szenario.
  • Zwischen den Szenarien liegt eine große Spannweite: Die Differenz zwischen Niedrig- und Hoch-Szenario beträgt über den gesamten Zeitraum rund 38,3 Milliarden Euro. Für 2035 reichen die berechneten jährlichen Einsparungen von 0,34 Milliarden Euro im Niedrig-Szenario bis 5,65 Milliarden Euro im Hoch-Szenario.
  • Die Einsparungen könnten die GKV-Beitragssätze stabilisieren: Im Jahr 2035 könnten die erzielten Einsparungen zu einer Minderung der Beitragssätze um bis zu 0,28 Prozentpunkte im Hoch-Szenario führen.  

Patentabläufe allein bestimmen die Einsparungen nicht

Auslaufende Patente vergrößern den Markt, in dem grundsätzlich Biosimilarwettbewerb entstehen kann. Daraus folgen jedoch nicht automatisch Einsparungen. Die Szenarien berücksichtigen deshalb neben der Größe des biosimilarfähigen Marktes auch, ob Biosimilars verfügbar sind, welchen Marktanteil sie erreichen, welche Preiseffekte entstehen und wie lange sich ihr Markteintritt nach dem Patentablauf verzögert.

Die Studie thematisiert zudem das Verhältnis zwischen kurzfristigen Preisnachlässen und dem längerfristigen Verbleib mehrerer Anbieter im Markt sowie mögliche Zusammenhänge mit Angebotsstabilität und Versorgungssicherheit.

Unsere Vorgehensweise

Die Untersuchung besteht aus zwei Schritten. Zunächst hat Prognos die GKV-Arzneimittelausgaben, die Biologika-Ausgaben und den biosimilarfähigen Markt bis 2035 projiziert. Diese Ausgangsprojektion bildet den Referenzrahmen für die Szenarioanalyse.

Darauf aufbauend wurden drei Szenarien für den künftigen Biosimilarwettbewerb berechnet. Vier Parameter unterscheiden die Szenarien:

  • Verfügbarkeit von Biosimilars
  • Marktdurchdringung
  • Preiseffekte einschließlich eines pauschal angenommenen Rabattvertragseffekts
  • Verzögerung des Markteintritts nach dem Patentablauf

Die Ergebnisse zeigen szenariobasierte Spannweiten. Sie sind keine punktgenauen Prognosen für einzelne Wirkstoffe, Patentabläufe oder Marktanteile. Ihre Höhe hängt von den jeweiligen Szenarioannahmen ab.

Links und Downloads

Zur Studie (PDF)

Weitere Informationen auf der Webseite von Pro Biosimilars

Projektteam: Jakob Ambros, Markus Hoch, Kamronbek Turgunov, Frederick Vierhub-Lorenz

Stand: 15.10.2026 

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Markus Hoch

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