EU-Förderprogramm zur Entwicklung digitaler Lösungen für das Alter evaluiert

Auftraggeber

Directorate-General for Research and Innovation (Europäische Kommission)

Jahr

2022


Unser Auftrag

Seit mehreren Jahrzehnten fördert die EU-Kommission Forschung und Innovation in Europa, umgesetzt u. a. mit den Förderprogrammen „Horizon 2020“ (2014–2020) und dem Nachfolgeprogramm „Horizon Europe“ (2021–2027). Aber wie gut wirken die Programme und wo besteht noch Nachholbedarf? Prognos übernahm im Auftrag des Directorate-General for Research and Innovation (Europäische Kommission) die Evaluierung des Active and Assisted Living Programmes (AAL2). Die Schlussevaluation des Programms liegt nun vor.

Das Active and Assisted Living Programme (AAL2) – eine Initiative der Europäischen Kommission und mehrerer EU- sowie Nicht-EU-Länder – hat zum Ziel, die Entwicklung digitaler Lösungen im Bereich der Pflege und des gesunden Alterns zu unterstützen. Die Evaluation des Programms durch Prognos bestätigte die Relevanz von AAL2 für die Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit der europäischen Gesundheits- und Pflegesysteme. Gleichzeitig zeigte sie aber auch, dass ein solches Programm in einen umfassenderen Systemwandel eingebettet sein muss, der sich den Herausforderungen sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite stellt.

Europäisches Förderprogramm mit Alleinstellungsmerkmal

Mit seinem Fokus auf digitale Lösungen für ein aktives und gesundes Altern weist AAL2 (2014–2021) weiterhin ein Alleinstellungsmerkmal in der europäischen Forschungs- und Innovationsförderung auf. Technologische Innovation und Unternehmergeist wurden mit dem Ziel gefördert, den demographischen Wandel als Chance statt nur als Problem zu sehen. Über 700 Geförderte aus 21 Ländern, die zuvor wenig oder gar nicht miteinander interagierten, wurden zusammengeführt, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die das Wohlbefinden und die Lebensqualität älterer Menschen verbessern. Hervorzuheben ist die starke Marktausrichtung von AAL2 und der umfassende Ansatz, bei dem auch die Endnutzer in die Projektentwicklung und -durchführung integriert wurden.

Dabei ist es dem Programm gelungen, seine beiden Hauptzielgruppen zu erreichen: 40,3 Prozent der Begünstigten waren KMU, 26,3 Prozent Endnutzerorganisationen und 25 Prozent Universitäten und Forschungsinstitute. Flexible Umsetzungsmethoden und eine starke Führungsrolle des zentralen Programmmanagements waren weitere positive Aspekte.

Prinzipiell hat AAL2 zwar erhebliche Fortschritte in Richtung seiner Zielsetzung gemacht, durch die Komplexität des Marktes gibt es jedoch auch Barrieren auf der Nachfrageseite. Aber auch eine Vielzahl weiterer Faktoren, wie kulturelle Erwartungen an das Alter und die Pflege, die Akzeptanz von Technologie oder die digitale Kompetenz der Nutzer, wirken sich auf die Nachfrage nach digitalen Lösungen aus. Um das Potenzial digitaler Lösungen für ein aktives und gesundes Altern voll auszuschöpfen, ist ein umfassenderer Ansatz zur Überwindung von Marktbarrieren nötig.

Auf Grundlage der Ergebnisse der Evaluation wurden Empfehlungen auf Politik-, Strategie- und operativer Ebene ausgesprochen.

Unsere Vorgehensweise

Zur Ermittlung der Ergebnisse nutzten wir unterschiedliche Datenerhebungsmethoden:

  • Desk Research bestehender Berichte und Hintergrundinformationen zum Programm
  • Analyse von Förder- und Monitoringdaten
  • Interviews mit Programmvertretern, Länderpartnern und Geförderten
  • Zwei Fallstudien
  • Berücksichtigung der Zwischenevaluation von 2017

Links und Downloads

Zur Studie (PDF Website EU Kommission)

Projektteam: Daniel Gehrt, Dr. Stefanie Ettelt, Anja Breuer, Vera Fuhs, Anna Hornik, Salvatore Lauricella

Stand: 04.01.2023

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Daniel Gehrt

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